| 1. |
Herr von Falkenstein
wohl über ein breite Heide
Was sieht er an dem Wege stehn
ein Mädel mit weißem Kleide |
| 2. |
Wohin wonaus du schöne Magd
was macht ihr hier alleine
Wollt ihr die Nacht mein Schlafbuhle sein
so reitet ihr mit mir heime |
| 3. |
Mit euch heimreiten das tu ich nicht
kann euch doch nicht erkennen
ich bin der Herr von Falkenstein
und tu mich selber nennen |
| 4. |
Seid ihr der Herr von Falkenstein
derselbe edle Herre
so will ich euch bitten um´n Gefangnen mein
den will ich haben zur Ehe |
| 5. |
Den Gefangnen mein den geb ich dir nicht
im Turm muß er verfaulen
Zu Falkenstein steht ein tiefer Turm
wohl zwischen zwei hohen Mauren |
| 6. |
Steht zu Falkenstein ein tiefer Turm
wohl zwischen zwei hohen Mauren
so will ich an die Mauren stehn
und will ihm helfen trauren |
| 7. |
Sie ging den Turm wohl um und wieder um
Feinslieb bist du darinnen
und wenn ich dich nicht sehen kann
so komm ich von meinen Sinnen |
| 8. |
Sie ging den Turm wohl um und wieder um
den Turm wollt sie aufschließen
Und wenn die Nacht ein Jahr lang wär
keine Stund tät mich verdrießen |
| 9. |
Ei dürft ich scharfe Messer tragn
wie unsers Herrn sein Knechte
ich thät mit m Herrn von Falkenstein
um meinen Herzliebsten fechten |
| 10. |
Mit einer Jungfrau fecht ich nicht
das wär mir immer ein Schande
ich will dir deinen Gefangenen gebn
zieh mit ihm aus dem Lande |
| 11. |
Wohl aus dem Land da zieh ich nicht
hab Niemand was gestohlen<
und wenn ich was hab liegen lahn
so darf ichs wieder holen |